Einen Tag lang Abgeordneter sein

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Hier seht ihr mich mit den Schülerinnen, die sich für den Ausschuss „Bildung“ seitens der ökologischen Fraktion entschieden haben.

…konnten knapp 100 Schüler/innen des Goethe-Gymnasiums Bensheim.

Mindestens genauso gespannt auf den Tag wie die Schüler/innen war ich. Nachdem ich das erste Planspiel in meiner Zeit hier durch das Auftaktseminar in Köln verpasst hatte, war meine Vorfreude auf den 23. Oktober umso größer.

Nach einer Begrüßung durch die Vizepräsidentin Heike Hofmann ging es gleich los mit der parlamentarischen Arbeit: die konstituierende Sitzung stand an. Rollen wie Schriftführer, Ministerposten und natürlich auch die Ämter des Miniter- bzw. Landtagspräsidenten wurden vergeben.

Bevor es dann mit der richtigen Abgeordnetenarbeit losging, hatten die Schüler/innen noch die Möglichkeit echten Abgeordneten ihre Fragen zu stellen und dabei schon erste Erfahrungen mit der Redezeitanlage zu sammeln, die noch für die eine oder andere Überraschung an diesem Tag sorgen sollte.

Ich habe zusammen mit zwei Kollegen die ökologische Fraktion betreut, die auch an der Regierungskoalition beteiligt ist. In der ersten Fraktionssitzung galt es einen Gesetzesantrag zum Thema Verkehr auszuarbeiten, bevor ich dann die Ausschussgruppe der ökologischen Fraktion zum Thema „Bildung“ geleitet habe. So ähnlich – mit Ausschussarbeit, Fraktionssitzungen und Plenardebatten – ging es dann bis zum Nachmittag weiter, an dem der Höhepunkt des Tages stattfand: die 3. Plenarsitzung. Nachdem die Schüler/innen – oder besser gesagt Abgeordnete – nun schon in ihre Rollen gefunden hatten, wurden die Debatten durchaus etwas hitziger geführt als noch am Vormittag. Das absolute Highlight folgte aber erst am Ende: Mitglieder meiner, der ökologischen Fraktion, hatten schon angemerkt, dass ihnen der Koalitionspartner, die konservative Fraktion, – so die Wahrnehmung – in den Ausschüssen in den Rücken gefallen sei. Scheinbar teilten diese Einschätzung beide Seiten, denn der Ministerpräsident der konservativen Partei ließ am Ende die Bombe platzen: Den Vertrauensvorschuss, den man der ökologischen Partei bei Einigung auf eine Koalition gegeben habe, sei verspielt worden. Man werde die Koalition aufgrund der Unstimmigkeiten in den Ausschüssen beenden und sei auch schon in Verhandlungen mit der Arbeitnehmerpartei getreten.

Für mich war es wirklich beeindruckend zu sehen, wie sehr die SchülerInnen in ihren Rollen aufgegangen sind und welche Eigendynamik sich entwickelte. Es war wirklich toll den Debatten zuzuhören – vor allem mit diesem doch ziemlich einmaligen und überraschenden Ende.

Deswegen freue ich mich jetzt schon total auf das nächste Planspiel, das ziemlich genau einen Monat später, Ende November, stattfindet. Ich bin mir sicher, dass kein Planspiel wie das nächste verläuft und bin deshalb schon gespannt, wie sich die nächsten Plenardebatten entwickeln werden – und ob die Regierungszusammenarbeit diesmal von Erfolg gekrönt wird.

 

| Veröffentlicht unter 2019/2020 Lisa