Das war ein rhetorisches Seminar!

Die Seminargruppe

Das zweite Seminar der ijgd, dass unsere ganz großartige Gruppe (aufgemerkt: eine Alliteration) gemeinsam hinter sich gebracht hat, stand ganz im Zeichen der Rhetorik. An dieser Stelle wollen Jannis und ich die vergangene Woche (vom 08. bis zum 12.01) noch einmal Revue passieren lassen. Und um das schon einmal vorweg zu nehmen: es war ein großer Spaß. Aber eins nach dem anderen. Am Montag, dem Anreisetag, kamen Jannis und ich etwas später (die Deutsche Bahn, wen wundert´s?) und getrennt an unserem Seminarhaus an, weswegen wir leider(!!!) die Einführung in die hochtechnisierte Küche unseres Hauses verpasst haben. Ein Makel, der uns die gesamte Woche anhaften sollte. Nichtsdestotrotz konnten auch wir unseren Beitrag zu den wie gewohnt grandiosen Mahlzeiten beitragen und bei gemeinsamen Mittag- und Abendessen wurden alle Geschmäcker bedient. Auch das Frühstück gestaltete sich äußerst üppig, zumal die Anwesenheit…nun ja… durchwachsen war. Bei Kaffee und Brötchen erholte man sich von den häufig etwas kurz geratenen Nächten. Aber es wurde nicht nur geschlemmt und gefeiert. Nein, auch die Arbeit darf natürlich nicht zu kurz kommen. Am Dienstag hatten wir eine Rhetoriktrainerin zu Besuch, die uns von Sprache über Stimme bis hin zu Haltung Tipps und Tricks  um selbstsicher, souverän und überzeugend zu wirken, mit auf den Weg gab. Neben der Theorie hielten wir auch kurze Statements vor Kleingruppen und zeichneten diese mit einer Kamera auf. In der gemeinsamen Auswertung  konnten wir uns dann selbst noch einmal sehen und Kritik und Hinweise besser verstehen. Positiver Nebeneffekt für Viele aus der Gruppe war sicherlich die Erkenntnis, „ich sehe ja gar nicht so blöd aus“, die so oder anders des Öfteren geäußert wurde. Der Rhetorikkurs bekam durchweg positives Feedback und die folgenden Tage bauten auf den Erkenntnissen des ersten Tages auf. Abends kamen wir abschließend in einer großen Runde zusammen und stimmten uns nachträglich auf das neue Jahr ein. Bei Sekt lauschten wir zwei schönen Neuahransprachen und im Anschluss wurde in großer Runde gespielt, getrunken und gegessen.

Als wir uns dann mittwochs vornahmen, endlich mal das Frühstücksbüffet intensiv zu genießen, waren wir, als wir statt Brötchen mit allerlei Leckereien Nicole Westig, Mitglied der Bundestagsfraktion der FDP, vorfanden, schwer überrascht. Frau Westig erwies sich als exzellenter Frühstücksersatz und diskutierte angeregt mit uns über eine große Bandbreite von Themen.

Nachmittags feilten wir weiter an unseren rhetorischen Fähigkeiten und stellten uns gegenseitig zufällig ausgewählte Power-Point-Präsentationen vor, duellierten uns im Vertreten schwachsinniger Thesen oder probierten meist vergeblich völlig zusammenhangslose Aussagen inhaltlich sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Darüber hinaus hatte eine Seminarteilnehmerin am Donnerstag Geburtstag (Alles Gute nachträglich) und auch dieser Anlass wurde als Ausrede für den mittwochabendlichen Konsum ethanolhaltiger Getränke benutzt. Außerdem wurde die interne Solidaritätsbewegung für einen ehemaligen FSJ-ler, der letztes Seminar noch zu uns gehörte, massentauglich gemacht (Free Dean).

Am Donnerstag ging es dann pünktlich um 10 Uhr auf Wanderschaft Richtung Bonn. Nach gefühlt fünf Kilometern Strecke und mehreren tausend Höhenmetern erreichten wir die ersten Ausläufer der Stadt, von wo aus wir via U-Bahn die Reststrecke zum ehemaligen Regierungsviertel zurücklegten. Dort besichtigten wir den ehemaligen Bundesrat und bauten unsere praktischen Redeerfahrungen in einem kleinen Planspiel aus. So verteilten wir uns auf die 16 Bundesländer und diskutierten dann aus Perspektive der jeweiligen Bundesländer über das Thema „Wahlalter 16“. Auch nicht ganz ernstgemeinte Meinungen („Wählen erst ab 21“) wurden überraschend seriös über die Bühne gebracht, sodass wir uns beim Verlassen des Bundesrates nicht ganz sicher waren, was die bei der Diskussion anwesende Gästeführerin wohl nun von uns denkt. Nach einer schnellen Essenspause ging es dann zügig zum nahegelegenen Haus der Geschichte. Dort nahmen wir an einer einstündigen, sehr kurzweiligen Führung durch die dauerhafte Ausstellung teil, bevor wir uns aufteilten. Einige nahmen erneute Höllenqualen, also den Rückweg Richtung Haus Annaberg auf sich – andere verweilten stattdessen lieber in Bonn. Abends trafen sich jedoch alle wieder in Bonn und ließen den letzten ganzen gemeinsamen Tag ausklingen.

Abstimmung im Bundesrat

Als wir am Freitagmorgen etwas müde, vielfach mit schmerzenden Füßen und viel zu wenig Schlaf aus unseren Betten entstiegen und gen Speisesaal liefen, stellten wir fest, dass das Seminar schon wieder vorbei war. Wie schon beim letzten Mal muss man festhalten, dass die Woche durchweg gelungen war, was an der großartigen Vorbereitung durch die entsprechenden Mit-FsJ´ler*innen, den netten und immer hilfsbereiten Teamer*innen (an alle Genannten noch einmal ein riesiges Dankeschön von uns) und natürlich all den lieben Leuten, die diese Woche mit uns gemeinsam verbracht haben, lag. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass wir uns schon jetzt mächtig auf das nächste Seminar freuen und wünschen der Seminargruppe 2 FSJ-P 2017/2018 bis dahin

Alles Gute und eine kopfschmerzbefreite fünfte Jahreszeit.

Über Jan Hartung

Hallo, mein Name ist Jan Hartung, 18 Jahre alt, frischer Abiturient und Einwohner der wunderschönen Stadt Bad Hersfeld und seit dem 1. September 2017 darf ich – als Freiwilliger im Sozialen Jahr - den Landtag als meinen Arbeitsplatz bezeichnen. Sollten sie in den Gebäuden des Landtages einem blonden Brillenträger begegnen, der etwas verwirrt dreinblickt, dann geben Sie, geneigter Leser, ihn bitte am FSJ-P Büro (-001M-) ab. Wenn ich mich dann einmal orientiert habe, erhoffe ich neue Einblicke in und Perspektiven auf den Landtag im speziellen und unser politisches System im Allgemeinen zu gewinnen, da ich mich schon lange für Politik und politisches Geschehen interessieren. Außerdem habe ich nach einem Weg gesucht, um jetzt, direkt nach der Schule einmal in das Berufsleben „hineinzuschnuppern“, bevor ich ab nächstem Jahr voraussichtlich die Unibank drücken darf. Ich freue mich darauf, viele Erfahrungen zu sammel und hoffe, dass wir, mein Kollege Jannis Kupfer und ich, Sie an dieser Stelle daran teilhaben lassen können.
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