ijgd Seminar

Offiziell begann das Seminar der ijgd (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste) am Montag erst am frühen Nachmittag, dennoch mussten einige recht früh aus den Federn, denn die Anreise nach Altenkirchen war für viele nicht unproblematisch. Die Reisegruppe Wiesbaden, die ab Limburg gemeinsam reiste, blieb nicht lange unter sich. Als wir am kleinen Bahnhof in Altenkirchen den Zug verließen, dauerte es keine zwei Minuten bis wir auf andere FSJler-/innen trafen, und uns auf den Weg zum Haus Felsenkeller machten.

Dort angekommen, bezogen wir unsere Zimmer und machten uns mit den vielen, zum größten Teil vollkommen unbekannten, Menschen bekannt. Durch Kennenlernspiele und den ersten gemeinsamen Abend fand man schnell zueinander. Auch das Kochen in Sechser- und Siebenergruppen funktionierte weitgehend reibungslos und obwohl die Aufgabe für 30 Leute zu kochen im ersten Moment recht erdrückend wirkte, stellte sie sich im Nachhinein als machbar heraus. Und die Ergebnisse konnten sich wirklich sehen lassen.  So war von Lasagne bis Curry alles geboten und jede Mahlzeit war ein Hochgenuss.

Am Dienstag verbrachten wir den Tag damit die Einsatzstellen vorzustellen und damit Überblick über das große Portfolio, dass die ijgd für Bundesfreiwilligendienste und Freiwillige Soziale Jahre im politischen Bereich anbietet. Besonders interessant waren die Unterhaltungen, die man neben den eigentlichen Arbeitsphasen bei Tisch und in der Freizeit führte. Trotz verschiedenster Meinungen respektierten wir uns gegenseitig und blieben möglichst „unpersönlich“. So konnte die Debatte noch so hart sein, am Abend konnte man mit einem kühlen, isotonischen Getränk den Tag ausklingen lassen.

Mittwoch beschäftigten wir uns dann mit Utopien, was noch einmal deutlicher zeigte, wie divers unsere Gruppe tatsächlich war. So wurde jeder Punkt, auf dem Weg eine aus unserer Sicht ideale Gesellschaft zu bilden, hart debattiert, was manchmal gute Kompromisse hervorbrachte. Am Ende, auch wenn die Ergebnisse sich vereinzelt stark voneinander unterschieden, befanden alle die Aufgabenstellung als interessant, und auch nach dem Ende der Einheit wurde noch fleißig weiter gegrübelt.

Am Donnerstag erfuhren wir dann einiges zu der ijgd im Allgemeinen und auch zu unseren Rechten und Pflichten im Freiwilligendienst. Die vermeintlich einfache Aufgabe, Diskussionsregeln aufzustellen, wurde dann allerdings zum echten Härtetest. Nach vielen Vorschlägen und Debatten (über Debatten) kamen wir schlussendlich zu guten Grundsätzen, wobei wir während der Diskussion scheinbar als Gruppe alles daran legten zu zeigen, wie man es nicht machen sollte. Die Gemüter beruhigten sich im Anschluss recht schnell, und als Gruppe haben wir einiges aus diesem „Streit“ mitgenommen.

Als wir dann am Freitag, stark übernächtigt von vier anstrengend Tagen und kurzen Nächten, das Selbstversorgerhaus aufgeräumt hatten und die kommenden Seminare vorbereiteten, zeigte sich, dass wir schon einige Lehren aus dem vorangegangen Tag gezogen hatten. Als wir uns dann um 13 Uhr trennten, waren sich alle einig, dass das Seminar durchweg gelungen war, die Gruppe gut funktioniert hatte und wir uns alle auf das Seminar in Bonn freuen.

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Petitionsausschuss

Eine der interessantesten Aspekte der parlamentarischen Arbeit, die wir während unserer Zeit im Parlamentarischen Dienst kennenlernen durften, waren der Besuch des Petitionsausschusses am 14.09.2017 und vor allem der Bürgersprechstunde mit dem Abgeordneten Roth am 18.09.2017.

Hier konnten wir einmal hautnah erfahren, wie Politik versucht Menschen direkt zu helfen. Gleichzeitig bekam man ein Gefühl für das, was Menschen in Hessen umtreibt, was für Probleme es an manchen Stellen gibt und geben kann, wenn Staat und Bürger aufeinandertreffen.

Wir zumindest empfanden die Arbeit des Petitionsausschuss und der Abgeordneten als sehr interessant und wichtig, da dieser einen direkten Austausch von Bürgern und Politik in Form der Bürgersprechstunden bietet und mögliches Fehlverhalten verschiedener Stelle aufdecken kann.

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1. ijgd-Treffen

Am Mittwoch folgten Jan und ich einer Einladung des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes (ijgd) – zu einem Treffen in Köln mit vielen aktuellen und ehemaligen Freiwilligen, die, wie wir, ein FSJ im politischen Bereich absolvier(t)en. Zwei Freiwillige des alten Jahrgangs, die hauptsächlich an der Organisation des Treffens beteiligt waren, begrüßten uns und berichteten von ihren positiven Erfahrungen mit dem FSJ-Politik und mit dem ijgd als Organisation.

Im Bürgerhaus Köln-Ehrenfeld während der Auftaktveranstaltung.

Danach tauschten wir uns in lockeren Gesprächsrunden mit ehemaligen und derzeitigen FSJlern über Erwartungen und Motivationen, aber auch vor allem über die anstehenden Seminare aus. Gestärkt und mit koffeinhaltigen Heißgetränken bewaffnet, ging es dann nach draußen, wo die aktuellen FSJler ihre teilweise anwesenden Vorgänger treffen konnten – Grüße an Friedel an dieser Stelle. Nachdem die hauptamtlichen Teamer uns etwas mehr über ihre Arbeit erzählten, neigte sich das Treffen dem Ende zu.

Im Kölner Hauptbahnhof erwartete uns ein kleiner Schock (unsere Verbindung gen Heimat war mit neunzig Minuten Verspätung angezeigt), allerdings war schnell eine Alternativverbindung gefunden und so kamen wir abends glücklich zuhause an. Alles in allem hat uns die Veranstaltung gut auf die kommenden Seminare eingestimmt, wir freuen uns drauf!

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Die erste Woche

Die erste Woche neigt sich dem Ende zu und es lohnt sich einmal innezuhalten und sie noch einmal Revue passieren zu lassen.
Unsere ersten beiden Arbeitstage (01. & 04.09.2017) beinhalteten viele Gespräche mit vielen neuen Gesichtern. So machten wir uns beispielsweise bei unsere Abteilungsleiterin, Frau Strauß-Zielbauer, vorstellig, wurden von Frau Amend-Ehrlich in die Tiefen der ZME eingeführt und lernten Herrn von Unruh, Frau Grewe, aber natürlich auch Herrn Müller und Frau Baier, die wir bereits kannten, noch einmal besser kennen.

Jannis auf der Besuchergalerie im Plenarsaal

Jannis auf der Besuchergalerie im Plenarsaal

Am Dienstag bekamen wir bei der Teilnahme am Seminar „70 Jahre Hessen“ schon einen kleinen Einblick in Aspekte der Arbeit des kommenden Jahres. Nach einigen sehr interessanten Vorträgen rund um Hessen und Themen, die uns aktuell begleiten, Stichwort politische Kultur und Migration, und einem kostenlosen Mittagessen, endete der Tag mit einem sehr interessanten und bisweilen kurzweiligen Vortrag über Computersicherheit, der den Namen „Die Hacker kommen“ trug.
Mittwoch beschäftigten wir uns dann in erster Linie mit unserem Blog, wobei der Tag zugegebener Maßen recht früh zu Ende ging.

Jan auf der Besuchergalerie vor den Flaggen Europas, Deutschlands und Hessens.

Jan auf der Besuchergalerie vor den Flaggen Europas, Deutschlands und Hessens.

Donnerstag begann der Tag mit einer kleinen Einweisung in den Besucherdienst, bevor wir dann an einer Besprechung mit der Firma Cicero teilnehmen durften, die ein Konzept für die Jugendseiten der Homepage für den Hessischen Landtag vorstellte. Die vorgestellten Konzepte fanden bei den Teilnehmenden Anklang und es schien, dass alle mit einem positiven Gefühl die Präsentation verließen. Nach einem schnellen Mittagessen nahmen wir dann noch an einer Besprechung unseres Bereiches (I C 3) mit der zuständigen Abteilungsleiterin teil, so dass auch wir selber noch einmal etwas präziser die Arbeitsbereiche unserer Kollegen kennenlernen konnten.
Und jetzt ist es schon wieder Freitag und wir sitzen in unserem Büro und können gar nicht glauben, dass wir erst eine Woche hier sind. So viele Hände haben wir schon jetzt geschüttelt und so viele neue Dinge haben wir erfahren, und das war erst der Anfang. Wir haben auf jeden Fall Lust auf mehr und freuen uns schon darauf, in den nächsten Wochen den Bereich parlamentarischen Dienst unsicher machen zu dürfen.

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„Schülervertretung trifft ihre Vertretung“ – Besuch des Stadtschülerrats Wiesbaden am 22. Februar 2017

Grundlage unserer Organisation war die Zusammenarbeit mit Luca Manns, ehemalige Landesschülervertretung (rechts)

Am 22. Februar startete das von ehemaligen Landesschülervertretern angeregte und von Landtagspräsident Kartmann sehr begrüßte Pilotprojekt „Schülervertretung trifft ihre Vertreter“. Herr Kartmann hatte den Stadtschülerrat Wiesbaden zu einem besonderen Bildungsprogramm in den Hessischen Landtag eingeladen. Wie es gelaufen ist? Schauen Sie selbst…

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Preisverleihung des Schülerwettbewerbs 2017 des Hessischen Landtags und der Landeszentrale für politische Bildung

Am Donnerstag, dem 20. April 2017, fand die Preisverleihung des diesjährigen Schülerwettbewerbs im Hessischen Landtag statt. Unter dem Motto „Hessen, die Emilia Romagna und die Friedensschule Monte Sole“ hatten SchülerInnen in ganz Hessen die verschiedensten Projekte und Arbeiten entwickelt.

Nach einer musikalischen Einführung durch die Big-Band der Elly-Heuss-Schule begrüßte Herr Landtagspräsident Kartmann zunächst die PreisträgerInnen sowie deren LehrerInnen. Diese hatten die Arbeit der SchülerInnen begleitet und erhielten am Ende der Veranstaltung – von Präsident Kartmann auf die Bühne gebeten – von ihren „Schützlingen“ dafür den lautesten und längsten Applaus des Tages.

Im Verlauf der Veranstaltung wurde den SchülerInnen von Landtagspräsident Kartmann, dem ständigen stellv. Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Herrn Jürgen Kerber, sowie vom Vorsitzenden des Kuratoriums der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, Michael Siebel, eine Urkunde und ein Preis für ihre Projekte überreicht. An der Veranstaltung nahmen weitere Landtagsabgeordnete teil, die den PreisträgerInnen ihren Glückwunsch übermittelten.

Das „Themenland“ Italien wurde von Frau Francesca Romana Facchini, Vizekonsulin und Stellv. Leiterin des italienischen Generalkonsulats in Frankfurt vertreten. Die „ersten“ Preisträger erhielten als Belohnung für ihre Arbeiten eine Studienreise in die Emilia-Romagna zur Friedenschule Monte Sole.

Der Fotograf machte Fotos während die SchülerInnen auf der Bühne standen und ihre Urkunden entgegennahmen. Ich notierte mir dann, welches Foto zu welchem „Bühnenbild“ gehörte. Mit Hilfe dieser Notizen konnte ich dann jeder Schule ihr jeweiliges Foto von ihren PreisträgerInnen schicken.

Zusammengefasst: Der Schülerwettbewerb war wieder ein voller Erfolg! Für Teilnehmer, Helfer und Veranstalter!

 

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Ein „extrem“ gutes Seminar in Altenkirchen – 3. FSJ-P Seminar vom 13.2.-17.2. in Altenkirchen zum Thema „Extremismus“

Man spricht dieser Tage immer wieder von einem Rechtsruck, der durch Europa geht. Rechtsradikale Parteien wie der „Front Nationale“ oder die „AfD“ haben in den vergangenen Jahren an politischem Gewicht gewonnen und stellen unsere liberale, offene Gesellschaft und die politische Debatte mit ihren extremistischen Programmen unter Druck und auf die Probe.

Unsere Seminargruppe hat sich die Frage gestellt, wie man diesem „Rechtsruck“ entgegenwirken kann und daher für unser drittes FSJ-P Seminar vom 13.2.-17.2. in Altenkirchen das Thema „Extremismus“ ausgewählt.

Wir beschäftigten uns mit Definitionen des Verfassungsschutzes von linkem und rechtem Radikal-/ und Extremismus. Zudem analysierten wir die, den Strömungen zugrunde liegenden, Ideologien und Symbole. Grundlegend konnten wir feststellen, dass sich Links-/ und Rechtsextreme in ihrer Zielsetzung zwar stark unterscheiden, die Wahl der Mittel zum Erreichen ihrer Ziele sich jedoch stark ähneln: absolute Bereitschaft zur Gewalt, die Totalität im Führungsanspruch und der Umgang mit Andersdenkenden.

Ich hatte mich vergangenes Seminar für das Vorbereitungsteam gemeldet und bereitete daher eine Einheit zum Thema Rechtsextremismus vor.

In Kleingruppen setzten wir uns mit verschiedenen Problematiken auseinander, z.B. mit dem V-Mann-Dilemma. Einerseits ist der Staat angewiesen auf direkte Quellen und deren Informationen aus der Szene, andererseits wird und wurde die rechte Szene auch dank jener Gelder für diese Informationen so stark wie sie heute ist.

Im Zusammenhang mit diesem Thema beleuchteten wir verschiedene Bereiche des NSU-Komplexes und schauten dazu eine Folge der Kabarettsendung „Die Anstalt“.

Der Höhepunkt des Seminars war der Besuch eines Aussteigers aus der rechtsextremen Szene. Er wurde begleitet von zwei Mitarbeiterinnen aus seinem Ausstiegsprogramm und erzählte uns stundenlang von seinem gleitenden Beitritt in eine rechtsradikale Gruppe, seinen dortigen Aufgaben und Tätigkeiten und seinem abrupten Ausstieg aus der Szene.

Er ist der Auffassung, dass „die Gesellschaft sehr kalt geworden sei“ und, dass es unheimlich einfach sei, junge frustrierte Menschen, die für sich keine Perspektive sehen und nicht wissen wo sie dazugehören, anzuwerben und zu radikalisieren. Höchstinteressant fand ich die Aussage, dass es völlig egal gewesen sei ob eine rechts-/ oder linksextreme Gruppe ihn damals angeworben hätte, wichtig sei nur gewesen, dass er irgendwo dazugehört und, dass er seinen Frust in Form von Gewalt loswerden konnte.

Im Anschluss an dieses Gespräch wurde uns klar, dass man den Extremismus am besten dort bekämpft wo er noch gar nicht entstanden ist. Offensichtlich finden sich die Hauptgründe für die Radikalisierung junger Menschen in deren sozialem Umfeld: Häusliche Gewalt, Mobbing, Diskriminierung etc. sorgen für ein fehlendes Zugehörigkeitsgefühl. Das daraus resultierende Gefühl der „Leere“ bewegt viele Jugendliche zum (meist völlig „unideologischem“) Eintritt in radikale Kreise. Nur wenn wir es schaffen diese „Leere“ durch ein stabiles, soziales Fundament zu füllen, können wir dafür sorgen, dass extremistisches Gedankengut keinen Platz in den Köpfen unserer Gesellschaft findet.

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Eine „Wolke“ für die Bildung – Teil 2

Am vergangenen Wochenende war es soweit. Auf der 3. Sitzung der von der Präsidentenkonferenz der Landesparlamente eingesetzten Arbeitsgruppe „Jugendprojekte in Landesparlamenten“ in Linz, Oberösterreich, wurde die „Bildungscloud“ durch den Direktor beim Hessischen Landtag, Peter von Unruh, und die Kollegen Hubert Müller und Susanne Baier vorgestellt und präsentiert. Die Datenbank, die mittlerweile mit fast 50 „Best-Practice-Modellen“ der Bildungsangebote und den dazugehörigen Dokumenten und Links gefüllt ist, stieß auf große Begeisterung. Sie fand allgemeine, positive Zustimmung.

In der Vorbereitung für die Sitzung übernahm ich in den letzten Monaten mit der Kollegin Andrea Mitteldorf die Aufgabe, die Datenbank zu füllen. Zudem erstellte ich einige Listen und Übersichten, die die Entwicklung und den Stand der „Bildungscloud“ veranschaulichten.

Nachdem sich zuletzt die österreichischen Landesparlamente dem Projekt angeschlossen hatten, erklärte jetzt auch die Züricher Kantonsverwaltung, dass sie Interesse an einer Kooperation und Beteiligung an dem Projekt habe. Für uns ein gutes Zeichen. Unsere Wolke wächst und füllt sich mit Daten und Informationen und wirft seinen Schatten nun also auch auf die Schweiz.

Zusammengefasst: Unser Bereich Politische Bildung, Besucherdienst und Publikationen war in den letzten Monaten einem steten und starken Informationsregen ausgesetzt. Durch gute, konstruktive Arbeit haben wir diesen Regen in einen Informationsfluss umgewandelt, dessen Ausläufer sich nun durch alle deutschsprachigen Länder Mitteleuropas ziehen. Dieser Fluss bietet jedem, der nach Informationen bezüglich Jugendprojekten in Landesparlamenten dürstet, einen geregelten Zugang und wird hoffentlich jeden bildungspolitischen Durst stillen.

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Meine Zeit im Parlamentsbereich – „Mehrheit ist Wahrheit?“

Vergangenen Monat verbrachte ich insgesamt drei Wochen im Parlamentsbereich. Ich wurde von den Kollegen offen und herzlich empfangen und direkt in ihre Arbeit eingebunden. Am ersten Tag bekam ich einen Fragebogen den ich abarbeiten konnte, wenn keine konkreten Arbeiten anstanden. Eine dieser Fragen beschäftigte mich besonders während der drei Wochen: „Mehrheit ist Wahrheit?“ Auf den ersten Blick schien es mir logisch, dass in einem demokratischen System die Wahrheit durch die Mehrheit legitimiert wird.

Ich besuchte Fraktionssitzungen von Regierungs- und Oppositionsfraktionen, verschiedene Ausschüsse und den NSU-Untersuchungsausschuss. Während der Plenarwoche konnte ich den öffentlichen Parlamentsbetrieb hautnah im Plenarsaal miterleben. Gleichzeitig konnte ich hinter die Kulissen schauen, war in die Vorbereitungen eingebunden und lernte den parlamentarischen Betrieb insgesamt kennen.

Je länger ich über die Frage „Mehrheit ist Wahrheit?“ nachdachte, desto mehr begann ich mit meiner anfänglichen Schlussfolgerung zu hadern. Sollte die Demokratie nicht gerade den Anspruch haben keine Wahrheit zu kennen, bzw. vorzugeben? Denn wo Mehrheit herrscht, wird immer auch eine Minderheit beherrscht. Diktaturen und Monarchien sämtlicher Epochen stützten ihren Herrschaftsanspruch darauf, eine allgemeingültige Wahrheit zu kennen bzw. vorgeben zu können. Wir sollten es doch mittlerweile eigentlich besser wissen?

Ich kam zu dem Schluss, dass die Demokratie den Anspruch der endlosen Wahrheitssuche haben muss um sich ihre Legitimation nicht selber abzusprechen.

Nochmal ein Dankeschön an die Kollegen aus dem Parlamentsbereich für die gute Zusammenarbeit und für die spannende und kontroverse Frage!

Foto: UN, Instagram

Foto: UN, Instagram

 

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Fachtagung der Historischen Kommission am 17. und 18. November

Unter dem Motto „Hesse ist… wer Hesse sein will“ fand am 17. und 18. November die Fachtagung der Historischen Kommission in Hessen statt. Nach einer Begrüßung durch den Ministerpräsidenten Volker Bouffier sowie durch Landtagspräsident Norbert Kartmann begannen die Referenten Prof. Dr. Nonn und Prof. Dr. van Laak um 14 Uhr mit ihren Vorträgen zum Thema „Identitätsbildende Akteure und Institutionen auf Landesebene“.

Landtagspräsident Kartmann und Ministerpräsident Bouffier im Plenarsaal, Foto: Hessischer Landtag, Kanzlei, H. Heibel

Landtagspräsident Kartmann und Ministerpräsident Bouffier im Plenarsaal, Foto: Hessischer Landtag, Kanzlei, H. Heibel

Nach einer kurzen Kaffeepause eröffneten die Referenten Prof. Dr. Löffler und Prof. Dr. Speitkamp die zweite Sektion der Tagung mit Vorträgen zur „Erinnerungspolitik und Geschichtsschreibung auf Landesebene“.

Fachtagung „70 Jahre Hessen“ - Prof. Dr. Dirk van Laak, Prof. Dr. Winfried Speitkamp; Prof. Dr. Eckart Conze; Landtagspräsident Norbert Kartmann; Prof. Dr. Christoph Cornelißen - Foto Hessischer Landtag, Kanzlei, H. Heibel

Fachtagung „70 Jahre Hessen“ – Prof. Dr. Dirk van Laak, Prof. Dr. Winfried Speitkamp; Prof. Dr. Eckart Conze; Landtagspräsident Norbert Kartmann; Prof. Dr. Christoph Cornelißen – Foto Hessischer Landtag, Kanzlei, H. Heibel

Am Freitagmorgen begann die letzte Sektion der Tagung. Prof. Dr. Mergel und Prof. Dr.  Cornelißen referierten zu den Themen „Wahlkampf, Länderparlamente und politische Kultur“.

Die Veranstaltung endete mit kurzen Ausblicken auf die Forschungslandschaft von Dr. Andreas Hedwig, auf die Bildungslandschaft von Prof. Dr. Vadim Oswalt und auf die Medienlandschaft von Hans Sarkowicz. Nach einer letzten Diskussion verabschiedete der Präsident die Referenten und Teilnehmer.

In den beiden Tagen hatte ich grundlegend zwei Aufgaben. Zum einen sollte ich die Namen derer notieren, die sich während der Diskussionsrunden beteiligten und an die Stenografen weitergeben.

Meine andere Aufgabe bestand darin, den Referenten bzw. Rednern „das Wasser zu reichen“. Natürlich nicht im intellektuellen Sinn, aber zumindest im praktischen.

Der geplanten Professur für Landesgeschichte an der Universität in Marburg sahen Historiker und Politiker in der Diskussion mit großer Freude aber auch Erwartung entgegen.

Landtagspräsident Kartmann am Rednerpult des Plenarsaals, Foto: Hessischer Landtag, Kanzlei, H. Heibel

Landtagspräsident Kartmann am Rednerpult des Plenarsaals, Foto: Hessischer Landtag, Kanzlei, H. Heibel

Aufgrund der verschiedenen Schwerpunktsetzung und Betrachtung von Politik und Wissenschaft verliefen die Diskussionen um die geschichtlichen Zusammenhänge und politischen Entwicklungen zwischen dem an den Debatten sehr aktiv beteiligten Landtagspräsidenten und den Historikern recht lebhaft.

Allerdings waren sich am Ende der Tagung beide einig, Politik und Wissenschaft, dass die guten Impulse die in den Vorträgen und in den Debatten auf den Tisch gekommen waren nun nicht versickern dürfen, sondern weiter beackert werden sollen.

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